Berichte 2018

Strategische Projekte

Die Trends im Schweizer Gesundheitswesen akzentuieren sich, allen voran die Verlagerung von stationär zu ambulant, der steigende Kostendruck und die zunehmende Spezialisierung in der Medizin. Besonders prägend für die Entwicklung der Medizin insgesamt, vor allem aber der Hochspezialisierten Medizin, sind die raschen Fortschritte der Technologien. ​Damit bieten sich Chancen für das USZ, diesen Wandel mit innovativen Ansätzen und neuen Lösungen aktiv mitzugestalten. So will das USZ auch künftig seine Spitzenposition halten und ausbauen können gemäss seiner Vision «Wir sind Vorreiter für Gesundheit und Lebensqualität».

Qualität im Fokus

Das USZ hat das Ziel, seine Spitzenposition in der Spezialisierten und Hochspezialisierten Medizin weiter auszubauen. Dafür muss es die bestmögliche Qualität anbieten können. Grossen Wert legt das USZ auf Transparenz, nach innen wie nach aussen, und weist regelmässig Qualitätsdaten aus.

Eines der grossen strategischen Projekte des USZ ist die Reduktion der nosokomialen Infektionen im Spitalbetrieb. Seit 2013 werden am USZ alljährlich Punktprävalenzmessungen von nosokomialen Infektionen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde zudem mit gezielten Massnahmenpaketen und Wirkungsmessungen ermittelt, welche Massnahmen rasch und nachhaltig zum Ziel führen. Im Fokus der Initiative standen die fünf häufigsten spitalerworbenen Infektionen: Wundinfektionen, Pneumonien bei beatmeten und nicht beatmeten Patientinnen und Patienten, Harnwegsinfektionen und Bakteriämien.

Gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Medizinbereiche und Kliniken des USZ wurden Veränderungen eingeleitet und damit die Infektionsrate unter den Durchschnitt der Schweizer Universitätsspitäler gesenkt.

«
Ein grosses strategisches Projekt des USZ ist die Reduktion der nosokomialen Infektionen im Spitalbetrieb.

Daten optimal nutzen

Die Onkologie ist einer von drei medizinischen Schwerpunkten des USZ. Im Bereich der Tumordokumentation konnte ein bedeutender Schritt hinsichtlich Transparenz und Einheitlichkeit der Dokumentation gemacht werden. Dieser führt zu mehr Effizienz beim automatischen Austausch der Daten an die offiziellen Meldestellen wie das kantonale Krebsregister.

Ein weiteres Projekt zur Erhöhung der Patientensicherheit und Unterstützung der bestmöglichen Datengrundlage zur Behandlung von Patientinnen und Patienten war die Einführung und Weiterentwicklung des Patientendatenmanagementsystems (PDMS) in den Bereichen Anästhesie, Intensivmedizin und Neonatologie. Mit dem elektronischen Informationssystem PDMS können Patientendaten, Verordnungen, Leistungen sowie Material und Medikamente dokumentiert, visualisiert und ausgewertet werden. Zudem vereinfacht es die Datenanalyse im klinischen Alltag. Der Zustand des Patienten oder der Patientin, die spezifische Wirkung von Medikamenten und der Behandlungserfolg können so basierend auf Livedaten in kurzer Zeit erfasst werden. Dadurch lässt sich die Behandlungsqualität standardisiert sicherstellen. Zugleich dient das PDMS als wichtiges Führungsinstrument der Bereiche und ermöglicht eine effiziente und vollständige Leistungserfassung.

Digitale Kommunikation

Die einfache und zukünftig digitale Kommunikation mit Patientinnen und Patienten sowie den Zuweisenden ist ein wichtiges strategisches Feld für das USZ. Die Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) im Jahr 2020 stellt einen relevanten, gesetzlich regulierten Schritt dar, der es den Patienten des USZ ermöglichen wird, alle für ihre Behandlung relevanten Dokumente direkt und digital verfügbar zu haben. Das USZ hat sich aus Effizienzgründen entschieden, eine sogenannte Vollintegration des elektronischen Patientendossiers durchzuführen. Das heisst, die Gesundheitsfachpersonen am USZ werden weiterhin mit den für sie im Arbeitsalltag eingebetteten Primärsystemen arbeiten und haben direkt innerhalb des USZ-Systems Zugang zum EPD der Patienten. Die prozessuale und die technische Umsetzung dieser Integration wurde auf Ende 2019 sichergestellt, sodass das USZ für den Go-live des EPD im April 2020 vorbereitet ist.

Eine vereinfachte und wo möglich automatisierte Kommunikation mit Partnerspitälern, Zuweisenden und Nachsorgenden ist für eine bestmögliche Behandlungsqualität von hoher Priorität. Im Berichtsjahr konnte ein Pilotprojekt im Bereich Labor erfolgreich abgeschlossen werden. Gemeinsam mit dem Kantonsspital Winterthur wurde ein digitaler Prozess für die Verordnung, Verrechnung und den Resultatempfang umgesetzt und in Betrieb genommen. So werden mögliche Fehlerquellen durch manuelle Vorgänge reduziert, und der Gesamtprozess wird für alle Beteiligten beschleunigt.

«
Auf dem USZ Campus wurde weiter daran gearbeitet, Prozesse und Abläufe schrittweise an die zukünftigen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden anzupassen.

Mobiles Arbeiten

Das USZ ist überzeugt, dass die Zukunft des Arbeitens im Spitalbetrieb mehrheitlich mobil stattfinden wird. Smart Devices und mobile Anwendungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Mit dem Projekt Mobile Applikationen und Kommunikation wurden die Grundlagen für den Einsatz von Smartphones im USZ-Alltag gelegt. Dazu gehörte der Aufbau eines Mobile-Device-Managements, um die Sicherheitsmassnahmen rund um die Bewirtschaftung von Applikationen und der in diesem Zusammenhang genutzten Daten zu unterstützen. Die Durchführung und der Abschluss der Ausschreibung für Geräte, Abonnemente und Flottenmanagement sowie die Definition der dazugehörigen Prozesse und Abläufe sind weitere Elemente. Auf dieser Basis können nun verschiedene Applikationen genutzt werden, die sowohl die Spitalabläufe effizienter gestalten als auch einen Zugewinn an Sicherheit für unsere Patienten bringen. Beispielsweise konnte die mit der Firma imito AG gemeinsam weiterentwickelte Applikation zur Wunddokumentation, imitoCam, flächendeckend ausgerollt werden. Weitere Applikationen, wie der mobile Zugriff auf die wichtigsten Kennzahlen für die Führungskräfte oder elektronische Workflows für Spesenanträge, sind ebenfalls bereits umgesetzt oder in Entwicklung.

Spezialisierte ambulante und stationäre Abläufe

Im Hinblick auf die umfassenden Bauvorhaben für die Gesamterneuerung bietet sich dem USZ die Möglichkeit, sowohl für die ambulanten als auch die stationären Patientinnen und Patienten optimierte Prozesse zu definieren. Im Berichtsjahr wurde das neue Gebäude SUED2 eröffnet. Damit verfügt das USZ über optimale Infrastrukturen für das Zentrum für Brandverletzte, die Stamm- und Immunzelltherapie, das Endoskopiezentrum, die Intensivstationen sowie das Ambulatorium. Im Ambulatorium arbeiten werktags bis zu 90 Mitarbeitende in interdisziplinären Behandlungsteams zusammen. Die Fokussierung auf die ambulanten Abläufe schafft Mehrwert für die Patientinnen und Patienten. Dazu gehören zum Beispiel kürzere Wartezeiten, höhere Erlebnisqualität durch standardisierte Prozesse über mehrere Kliniken hinweg sowie eine adäquate und moderne Infrastruktur.

Vorbereitung auf die Etappen der Gesamterneuerung

Damit sich das USZ im Stadtzentrum baulich weiterentwickeln kann, wurden bereits mehrere Unternehmensbereiche an andere Standorte ausgelagert. Im Berichtsjahr wurde der Bau der topmodernen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) im Gebäude des Logistik- und Servicezentrums in Schlieren abgeschlossen. Dank der definierten Standards wird die neue AEMP die Versorgung der Operationssäle optimieren und die Produktionskosten je Sterilgut-Einheit reduzieren, dies bei hoher Qualität. Der Umzug in die neue Infrastruktur ist für Mitte 2020 vorgesehen.

Ab Mitte Dezember 2019 bis Ende Januar 2020 werden 600 administrative Arbeitsplätze in einem Neubau in Stettbach in Betrieb genommen. Am neuen Standort wird gemäss einem flexiblen Arbeitsplatzkonzept gearbeitet. Dadurch sollen die Kommunikation und die Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg gefördert werden.

Auf dem USZ Campus wurde  auch im Berichtsjahr weiter daran gearbeitet, Prozesse und Abläufe schrittweise an die zukünftigen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden anzupassen. Mit dem Projekt Audigard wird ein flexibles Garderoben- und Dienstkleidersystem eingeführt. Ein automatisiertes Aus- und Rückgabesystem verwaltet die Dienstkleider, zusätzlich werden die Garderobenschränke flexibel nutzbar und mit einem elektronischen Schliesssystem versehen.

Im Bereich des ambulanten Operierens wurden mithilfe von standardisierten Richtschemen, prozessualen Veränderungen und einer weiterentwickelten ICT-Umgebung die Logistik und die Kommissionierung von Material verbessert. Damit werden spezialisierte Fachkräfte wie die OP-Pflege entlastet, und die Beschaffungs- und Logistikprozesse können effizienter geführt werden.